Das Kunsthaus Jesteburg freut sich, am 21. März um 19 Uhr zur Filmvorführung von „Die Ameise der Kunst / Animals of Art“ des renommierten Filmkünstlers Peter Sempel einladen zu dürfen. Im Anschluss an den 94 minütigen Film findet eine Diskussion mit dem Künstler statt.
Peter Sempel dreht seit den 80er Jahren experimentelle Kunstfilme, in denen er die unterschiedlichsten Richtungen und Einflüsse auf immer wieder neue, raue Weise miteinander kombiniert.
Sein 2010 vollendeter Film „Die Ameise der Kunst“ versammelt Eindrücke aus der Welt von mehr als 50 Kulturschaffenden und Künstlern wie Jonathan Meese, Daniel Richter, Peter Doig, Neo Rauch u.a. Er wurde im Hamburger Kunstverein uraufgeführt und wurde bereits im Centre Pompidou in Paris gezeigt.
„Die Ameise der Kunst“ mach Jonathan Meese zum Mittelpunkt – der auf Grund seiner Selbstbezeichnung als „Ameise der Kunst“ auch zum Namensgeber für den Film wurde. Dennoch handelt es sich hier nicht um eine biografische Arbeit über Meese, sondern, wie für Peter Sempel typisch, um eine wilde Collage aus Bildern und Ausschnitten, mit denen er frei assoziierend den modernen Kunstbetrieb an Meese spiegelt.
Sepmel zeigt neben Bildern und Skulpturen auch Performances von Jonathan Meese, in denen dieser seine künstlerische Position geradezu heraus brüllt – eine Geste, die in ihrer Anmutung stark an Meeses Malstil erinnert.
Szenen aus den Ateliers der verschiedenen Künstler kombiniert Sempel mit Aufnahmen von träge im flachen Wasser liegenden Alligatoren oder von einsam auf dem Waldboden umherirrenden Ameisen. Auf diese Weise wird die Fauna zur Metapher für die Kunst. Mit seinem Film gelingt es Peter Sepmel, in beachtlicher Weise eine Parallele zwischen der Evolution von Kunst und der Evolution der Natur zu ziehen :
So wie die harte Wahrheit der Naturentwicklung „Fressen und Gefressen werden“ heißt, so heißt die permanente Werkgenese durch Wandlung unter dem Druck von Zeit, Rhythmus, Elan vital und Selbstverzehr des Akteurs „Malen um vermalt zu werden.“
(Bazon Brock)
Glatt, harmonisch und geordnet geht es also nicht zu in diesem Film . Auch seine Protagonisten sind nicht glatt, denn um das Interesse des Filmemachers zu wecken, müssen sie so beschaffen sein, dass er Monate oder sogar Jahre mit ihnen verbringen möchte, um auf diese Weise mit ihrer Kunst, ihrem Leben und auch mit ihrer Besessenheit zu verschmelzen. Es sind keine beliebigen Menschen, die sich Sempel dafür aussucht, es sind Menschen, für die die Suche nach dem Ausdruck essenziell ist. (Welt am Sonntag)